7
Sep
2006

5 # 3 SK Rapid Wien - GAK

Hiermit wird dementiert, dass Robbie Williams im Gerhard-Hanappi-Stadion trainiert...

Den Regenwolken trotzend marschiere ich zur U-Bahnstation und nehme die U4 Richtung Hütteldorf. Hab mein WM-Trikot an. Weil mein 24 Stunden Ticket nur noch bis 18.30h gilt, werd ich irgendwann nervös, da ich die Entfernungen nicht so abschätzen kann. Meine Güte, das dauert wieder. Hier in Hannover käme ja niemand auf die Idee, Fussballfans auf dem Weg ins Stadion zu kontrollieren, aber in Wien? Man weiss ja nie… Angekommen trabt dann alles wie hier Richtung Stadion. Ich muss mir noch meine Karte abholen. Ermässigt. Weil ich eine Frau bin. Das find ich echt charmant. Klappt dann auch alles und ich sitze auf meinem Platz auf der Südtribüne. Abgang 6 Reihe 19 Sitz 123. Zunächst muss ich allerdings etwas spenden. Einen Hosenknopf oder was ich sonst so geben möchte. Wofür weiss ich nicht genau, aber ich geb einen Euro… Auf der Tribüne werde ich noch ein bisschen kritisch gemustert. Aber am Ende haben wir ja alle was gemeinsam. Die Freude und den Spass an einem schönen Fussballspiel. Ganz besonders interessieren mich die beiden Fanblöcke. Hier in Hannover gibt es ja auch zwei Fanblöcke. Die sind allerdings oben und unten.

Das Spiel verlief dann leider, leider nicht so ganz erfolgreich für Rapid. 1:4 haben sie am Ende verloren gegen GAK. Als der Gegentreffer fiel hatte ich ja noch Hoffnung, dass die das Spiel umdrehen. Wäre ja mal was ganz anderes gewesen. Von Hannover 96 bin ich ja solche Ergebnisse mittlerweile schon gewohnt. Ein bissel enttäuscht bin ich wieder zurück gefahren. Einen Rapid-Fan habe ich aber noch glücklich gemacht. Wir fuhren zusammen mit der U-Bahn heim, am Schwedenplatz sind wir zusammen umgestiegen und er sprach mich an. Ob ich jetzt auf den Zwutsch geh. Als ich antworte, ich käme auch vom Spiel und zudem aus Hannover. War er ganz angetan und hat mir die Hand gedrückt. Möge es ihm gut gehen und möge Rapid auch mal wieder gewinnen!

von der kurve für die kurve

Muttern ihre Tochter kann sich jetzt übrigens auch Groundhopper schimpfen!

5
Sep
2006

5 # 2 Museumszwillinge

Das Kunst- und Naturhistorische Museum gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Jeweils 4geschossig, zwei Innenhöfe, einen achteckigen Kuppelturm und vier kleinere Nebenkuppeln. Innerlich aber grundverschieden. [Falk Reiseführer Wien]

immer den überblick behalten

Ein Unterschied zum Beispiel ist. Auf dem Kunsthistorischen thront Pallas Athene, die Schutzgöttin der Kunst und Wissenschaft und auf der Gegenseite der Sonnengott Helios. Und zwischen dem Ganzen Maria Theresia. Meine Füsse erlahmen schon wieder und irgendwie ist am Tag 5 auch ein bisschen die Luft raus. Man muss sich ja auch noch was aufheben für andere Besuche. Ich wandere noch ins Museumsquartier, wo ich mich auf diesen skurillen Sitzgelegenheiten ablege und es einfach geniesse. Da zu sein. Dasein. In dem kleinen Cafe nebenan esse ich zu Mittag und freue mich schon ein bisschen auf den Abend.

Danach fahre ich allerdings noch mit der Tram zum Schloss Belvedere. Zur schönen Aussicht. Im Schlossgarten stibize ich diverse Samenkapseln für meinen heimischen Garten, ehe die alle biologisch entsorgt werden, warum nicht? So wächst dann nächsten Jahr ein Stück Wien in meinem Garten!

Der Himmel zieht sich zu und Regenwolken kommen auf. Seufz. Ich hab doch noch was vor, heute Abend!

5 # 1 Die Oper

Wenn der Stephansplatz als das Herz von Wien gilt, so ist die Oper Wiens Seele. [Wiener Altstadt Spaziergänge]

Portal vom Wiener Opernhaus

Mit einer Opernhausführung begann der heutige Tag. Ein Insider-Tipp. Man kann die Staatsoper nur im Rahmen einer 40minütigen Führung besichtigen, der Eintritt liegt inkl. Führung bei 6,50€. Wobei das Opernhaus-Museeum inkl. ist. Die Termine sind davon abhängig, ob Proben stattfinden und da z.Zt. Sommerpause ist, findet tatsächlich Sonntag morgens um 10.00 eine Führung statt. Die verbleibende Zeit nutze ich wie schon so oft für einen fotografischen Rundgang. Traurig ist sie ja, die Geschichte des Wiener Opernhauses. Erst nimmt sich der Architekt Eduard van der Nüll das Leben, weil schon vor Fertigstellung alle Welt behauptet, die neue Oper schaut aus wie ein Bahnhof (eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Hauptbahnhof Hannover besteht da schon...), dann stirbt der Bautechniker August von Siccardsburg an Herzversagen. Ganz zu schweigen von dem Schaden, den die Oper während des 2ten Weltkriegs nimmt. Manch Wiener hat beim Anblick des zerbombten Opernhauses Tränen vergossen… sagt die Geschichte, die man in dem Opernhausmuseeum sehr informativ vermittelt bekommt.

Die Oper selbst ist sehr prunkvoll, die Führung sehr informativ. Wir sitzen im Parkett, stehen hinter der Bühne, sehen die aufwendige Bühnentechnik und werfen einen Blick in die Pausensääle sowie in den Teeraum. Vorbei geht’s an den Büsten von Gustav Mahler, Richard Strauss und Herbert von Karajan, um nur einige zu nennen. Interessant ist, dass das Opernhaus insgesamt eine Höhe eines 10stöckigen Hochhauses hat. Ein Grossteil der Bühnentechnik befindet sich untererdig und natürlich funktioniert nichts mehr ohne die Computertechnik. Berühmtberüchtig ist ja der Opernball, der jeweils am letzten Donnerstag im Fasching stattfindet. Natürlich nur was für dicke Brieftaschen. Das Repertoire des Wiener Opernhaus gehört zu den berühmtesten der Welt, gespielt an 300 Tagen im Jahr. Erstaunlich fand ich, dass viele Inszenierungen noch aus den 50iger Jahren stammen. Die älteste ist Madame Butterfly von Puccini aus dem Jahr 1955. Übrigens meine allererste Oper!

Nach informativen 40 Minuten wandele ich noch durch den gutbestückten Opern-Shop und wende mich dem Opernhaus-Museem zu. Insgesamt alles sehr sehenswert, fast der Highlight des Tages.

3
Sep
2006

4 # 3 Filmfestival am Wiener Rathausplatz

Vor der prachtvollen Kulisse des neugotischen Rathausplatzes sind auf einer Riesenleinwand unterm Wiener Sternenhimmel zum Nulltarif (!) Mozart Opern- und Mozart Konzertaufführungen aus den besten Häusern der Welt zu sehen. Sitzgelegenheiten sind vorhanden, und Buden servieren köstliche Happen und Getränke aus Wien und der weiten Welt. Täglich bei Einbruch der Dunkelheit. [WTV Event Kalender]

...sitzend auf der Hofburg-Theater-Treppe gesehen...

Wie erkennen wir uns eigentlich, Irmie und ich? Während ich mir darüber, auf der Treppe des Burgtheaters sitzend so meine Gedanken mache, kommt sie mir eilenden Schrittes entgegen und es gibt gar keinen Zweifel, dass wir uns erkennen. An unserem strahlenden Lächeln und unserer Sympathie füreineinader. Lustig ist, dass wir bekleidungsmässig sehr harmonieren, uns quasi abgesprochen zu haben scheinen… Zum Auftakt schlürfen wir erstmal Erdbeerbowle, sehr lecker! Da wir eine Menge auf neuwienerisch zu ratschen haben, setzen wir uns mit unserem Drink auf eine der vielen Bänke rings um den Rathausplatz. An uns kann anscheindend kein Mann vorbeigehen und kurz über lang werden mir die Hände geküsst und Irmie natürlich auch. Der Charme der Wiener Herrschaften ist schon fänomenal! Von der Musik bekommen wir auch das eine oder andere mit und nach der zweiten Erdbeebowle beschliessen wir diesen deutsch-österreichischen Abend im Einstein bei einem Glaser’l Wein. Schön war’s.

1
Sep
2006

4 # 2 Naschmarkt und Co.

Denk ich an Österreich, dann denk ich an Berge. In Wien gibt es keine Berge und doch war ich dort dem Himmel ganz oft so nah. [mioio]

Auf der Rückfahrt merk ich, dass ich schon ein Teil von Wien geworden bin. Sicheren Schrittes eile ich, andere Touristen im Schlepptau, auf den richtigen Bahnsteig zu. Wir lächeln uns an, wir haben etwas gemeinsam. Wir steigen auch alle an der gleichen Station aus, denn wir wollen alle den Naschmarkt sehen. Bis es zu den Naschereien kommt, muss man sich allerdings durch diverse Flohmarktstände durchackern. Dafür kann man auch ein Faible haben, keine Frage. Wenn man dann allerdings zu den Fressialien kommt, geht’s von kriminal zu international. Ich sag mal. Der internationalste Mensch der Welt ist der Türke. Döner gibt’s wahrscheinlich auch am Nordpol. Auf dem Naschmarkt jedenfalls reichlich. Eng und klaustophobisch war es allemal.

Visavie vom Naschmarkt befindet sich die Secession. Das „goldene Krauthappl“, der bedeutenste Jugendstilbau Wiens. Mir gefällt’s. Auch so ein Schmanker’l, was sich mal in Ruhe und mit Zeit anzusehen lohnt.

Wahrzeichen des bedeutensten Jugendstilhauses WiensSesessionst = Abgespalten

Ich eile mit ein bisschen Weile vorbei in Richtung Karls-Kirche. Aufgrund diverser Umbauarbeiten finde ich die U-Bahn-Station nicht und muss laufen. Gottseidank gibt es vor der Kirche einen Brunnen, in dem ich erstmal meine wunden Füsse kühle. Da dass Nass etwas flach war, wandere ich weiter zum Hochstrahlbrunnen. Ja da wird einem geholfen! Halbe Stunde Pause und ich habe noch die Kraft, mir das Johann-Strauss-Denkmal im Stadtpark anzuschauen. Ein Muss für Japaner, hab ich in der Linie 1 erfahren. Oder war’s die 2? Egal. Ich fahre über den Schwedenplatz heim und freue mich auf einen schönen Abend. Mit Irmie am Rathausplatz.

31
Aug
2006

4 # 1 Schönbrunn

Alles begann damit, dass Kaiser Maximilian II. 1559 den Herrensitz in der ehemaligen Katterburg kaufte, zu einem Jagdschloss ausbaute und einen ersten Tiergarten für Edelfische und Jagdwild anlegte. „Was für ein schöner Brunnen!“ befand Kaiser Matthias 1612, als er durch dieses Jagdrevier spazierte und so kam das Anwesen später zu seinem Namen. [Falk Reiseführer Wien]

Bei strahlendem Sonnenschein fahr ich nach einem gemütlichen Frühstück im Innenhof meiner Pension Richtung Schönbrunn. An der U-Bahn-Station waren wir noch wenige, das ändert sich aber schlagartig, als wir im Vorhof von Schloss Schönbrunn stehen. Die vielen Reisebusse zollen halt ihren Tribut. Ich geister erst mal ob der frühen Stunde – halb zehn – über den Platz und suche den Eingang. Eigentlich gar nicht zu übersehen, da wo die lange Schlange ist, da geht’s rein. Brav angestellt, vier Kassen sind besetzt, wobei die ganz rechts nicht angenommen wird und ich mich einfach an dem spanischen Ehepaar mit ihren zwei jetzt schon mauligen Buben vorbeidrängle. Irre viele Spanier hier! Während der Wartezeit wäge ich ab, welche Tour ich denn nun nehme? Die Imperial Tour (8,90€), die Grand Tour (11,50€), den Classic Pass (14,90€), den Gold Pass (36,00€) oder das Sisi Ticket (19,90€). Wobei ich letzteres erstmal favorisiere, mich allerdings dann doch nur für die Grand Tour entscheide. Ich hab noch eine Stunde Zeit, bis ich dran komme und beschliesse, mir schon mal vorneweg den Garten und vor allem die Gloriette anzuschauen. Ist schon ein Stück zu laufen, aber die Aussicht muss ich einfach gesehen haben. Es geht ein bisschen steil aufwärts, aber es lohnt sich! Wunderschön die Aussicht auf das Schloss. Ach ja, da waren auch noch mal 1,99€ fällig. Meine Füsse werden mittlerweile schon etwas lahm…

Im Schloss erwartet mich dann die Grand Tour, in der man neben den Repräsentationsräumen und den Privatgemächern des Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth (Sisi) auch die kostbaren Räume des 18. Jahrhunderts aus der Zeit Maria Theresias zu sehen bekommt. Iss schon schön! Man konnte wählen zwischen einem elektronischen Führer und einem ausgedruckten Informationsblatt. Ich entscheide mich für den Führer und es war eine gute Entscheidung. Sehr informativ alles! Ganz besonders rührend finde ich, dass Maria Theresia nach dem Ableben ihres Gatten Stephan minitös die gemeinsam verbrachte Zeit aufgelistet hat. Das nenn ich wahre Liebe! Ab und an wird es ein bisschen eng, wenn die Reisegruppen durch die Räume geschleust werden und ich bin ein ums andere Mal dankbar, dass ich mir das mittlerweile erspare, dieser Gruppenzwang. Im Andenkenshop schlag ich zu, muss auch sein.

Ein Aha-Erlebnis sind auch die Toiletten. Nicht wegen der obligatorischen Schlange auf der Damentoilette, sondern wegen Efeu-begrünten Wände und Türen. Das gefällt!

Wieder draussen, wandere ich noch durch den Garten, schaue mir diesen und jenen Brunnen an und ignoriere einfach meine qualmenden Füsse.

Blick auf Schoenbrunn

29
Aug
2006

3 # 2 Live in Vienna

See you there.

traum-traum-traum-mann

Der Kenner wird sich fragen, wie kommt es, dass Muttern ihre Tochter ein Robbie Williams Fan ist? Robbie’s „Intensive Care“ Studio-Album war die Inspiration in Verbindung mit einem 1,00 € Flugticket Hannover - Vienna. Für das Geld kann ich nicht bis nach Hamburg, Dresden oder München fahren... Hinzukommt, dass ich eine sehr intensive Beziehung, wenn auch nur einseitiger Natur, zu Robbie aufgebaut hatte. Ich träumte im Februar 06, dass Robbie während eines New York Aufenthalts meine Hand hält. Yep. Mag sein, ich hab einmal zu oft „Feel“ gehört, trotzdem hat er damit den Platz von Wolfgang Petry eingenommen, auf dem Weg zum Skiurlaub… Wolle und sein Wahnsinn waren somit gestorben, es lebe Robbie!

Von 18.00 bis 20.30h harrte ich aus, auf meinem Sitzplatz im Sektor F, Stiege 24, 1. Rang Block E, Reihe 10, Sitz 100. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob ich auf dem richtigen Platz sass. Dennoch. Zuvor war ich ganz bequem von der Haltestelle Praterstern (so hiess auch meine Pension, also quasi um die Ecke...) mit der Strassenbahn Nr. 21 bis zum Ernst-Happel-Stadion gefahren. Alles klappte wunderbar.

Schade, dass ich meinen Fotoapperat nicht dabei hatte. In Deutschland gab’s nämlich ein Boykott der Presse und somit auch ein Fotografierverbot! Aber ich hab’s in meinem Herzen, wie nach einem wahren Feuerwerk Robbie plötzlich auf der Bühne stand. Naja, dass der darüber lamentierte, wie schlecht es ihm geht, allein in Wien aufzuwachen und dass der Dottore ihm eine Riesenspritze in den Arsch gerammt hat… Den Gag hatte er in Deutschland in jedem Stadion gebracht. Sorry. Vorneweg schon mal den Grund zu liefern, weshalb man eventuell eine schlechte Show abliefert. Wie langweilig… Es war aber trotzdem schön und ganz besonders schön war es, seine Mimik auf der Großleinwand zu sehen. Ja, er liebt sein Publikum, die Girly's, dass hat man ganz deutlich gesehen! Der Highlight am Freitag Abend war aber der Heiratsantrag. Seufz. So was hätte ich auch gerne mal. Muss ja nicht von Mr. Robbie Williams sein. Aber von meinem Wunschmann. Das hätte schon was.

Zurück bin ich dann die ganze Strecke vom Ernst-Happel-Stadion-Pferderennbahn-Prater gelaufen. Immer den Massen hinterher. Wenn man sich nicht auskennt, ist das der beste und sicherste Weg!

3 # 1 Calling Mozart

Kaum ein Musiker wurde so erfolgreich und vielfältig vermarktet wie Mozart. Mit „Rock me Amadeus“ stürmte Falco in den 80iger Jahren US-Hitparaden, Milos Formans Film „Amadeus“ war mit acht Oskars der erfolgreichste Film des Jahres 1984, das Musical „Mozart“ brachte bis zur letzten Vorstellung volle Häuser im Theanter an der Wien, auf der österreichischen 1-Euro-Münze ist das „Wolferl“ abgebildet. Ganz zu schweigen von den berühmten Mozartkurgeln. Dieses Jahr wird sein 250igster Geburtstag gefeiert. [Auf den Spuren eines Genies; Tina Büttner]

mozarthaus

Ein bisschen Mozart, ein bisschen Mittelalter. Zunächst einmal der Stephansdom, hier wurde Mozart ja mit seiner Constanze am 4. August 1782 getraut, 2 seiner Kinder wurden dort getauft und seine Totenmesse am 5. Dezember 1791 wurde hier abgehalten.

Obwohl es relativ früh ist – halb zehn ungefähr – zeugen viele Fiaker vor dem Hauptportal auch von anderen Frühaufstehern. Drinnen geht es aber, versuche an einer Besuchergruppe vorbei einen Blick auf die Kanzel zu werfen. Da es mir drinnen zu voll wird, wandere ich aussen herum und entdecke die Türmerstube, wo mir ein Aufstieg in den Südturm recht verlockend erscheint. Was sind schon 343 Stufen für jemand, der bereits das Diplom für die Monument-Besteigung in London in der Tasche hat? Dennoch schnaufe ich ein bisschen, als ich oben ankomme und dort leider nur eine beschränkte Sicht habe, weil der „Steffl“ eingerüstet ist. Weil’s grad so schön passt, kauf ich in luftiger Höhe auch 4 Ansichtskarten.

Danach wandele ich ein bisschen auf Mozart’s Spuren. Ich schau also im frisch renovierten Mozarthaus in der Blutgasse vorbei. Viele idyllische Innenhöfe, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, gibt es dort. Ich gehe weiter zum Franziskanerplatz und kehre in der prachtvollen Franziskanerkirche ein.

Durch die Schönlaterngasse geht es über den Heiligenkreuzhof, wo einige Geigenbauer ihre Geschäfte haben und seinerzeit der kauzige Helmut Qualtinger lebte. Am Hohen Markt werfe ich einen Blick auf die Ankeruhr und dann geht es zur kleinen Ruprechtskirche, die im sogenannten „Bermudadreieck“ liegt. Am nahegelegenen Schwedenplatz steige ich in die Ringlinie 1 und lasse mich zum Schlossgarten fahren, wo ich bei einem kühlen Schluck aus der Wasserflasche und einem belegten Brötchen meine Füsse im Schlossteich kühle. Was für eine Wohltat!

Mein Date mit Robbie Williams kann kommen!

26
Aug
2006

2 # 2 Auf den Spuren der Liebe

Ein Sonntagskind erwacht in einem Kerker. Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, Sisi gerufen, hatte weder den Ehrgeiz, Kaisern von Österreich zu werden, noch das Verlangen, als Repräsentationsfigur im Mittelpunkt zu stehen. Bereits am Tag ihrer Hochzeit mit Franz Joseph ahnte sie, welchen fatalen Fehler sie, zu jung für die Entscheidung, begangen hatte: „Ich habe ihn ja sehr lieb“, seufzte sie. „Wenn er doch nur ein Schneider wäre!“ [Sisi in Wien]

Mein Plan für Tag Nr. 1. Nach der Ringrundenfahrt in der Linie 1 + 2. in der Früh und die Stadt lacht mich an. Mit ihrem blauen Himmel, den vielen Touristen und den Fiakern. Ein Anblick, der einem Wien-Touristen an jeder Ecke begegnet. Ein schöner Anblick, mir gefällts…

hüh-hotte-hott

Aber ich fahre nicht mit. So wie ich nicht die allseits angepriesenen bunten Busse besteige. Ich will Wien kennenlernen. Auf eine ganz persönliche, individuelle Art auf Sisi’s Spuren wandeln. Hofburg? Wo bitteschön geht’s zur Hofburg? Immer nur den Fiakern nach… Wenn man da so steht und geht und die äusserliche Pracht sieht, fragt man sich ein bisserl. Für wen ist das hier eigentlich alles mal geschaffen worden? Alles ist vergangen, vorbei. Auch das Sisser’l ist nicht mehr. Die Helden der heutigen Zeit sehen anders aus.

Kirchen. Ich liebe Kirchen. Burgkapelle, Michaeliskirche, Augustinerkirche, Peterskirche. Bin über den Kohlmarkt und den Graben gewandelt, aber die Schicki-Micki-Geschäfte sind nicht meine Welt. War im Dorotheum und hab mir die Kapuziner Gruft angeschaut. Bin halt ein bissel morbid. Aber wirklich schöne Särge stehen dort! Was muss die Maria Theresia ihren Stefan geliebt haben. Sie hat ja nach seinen Tod exakt die Jahre, Monate, Tage, Stunden, Sekunden aufgeschrieben, die sie mit ihm verbracht hat. Das nenn ich Liebe!

24
Aug
2006

2 # 1 Fahrscheine, bitte

Johnny wagte nicht sich umzudrehen, die Schritte kamen immer näher, näher und näher. Er wischte sich den Schweiss von der Stirn, seine Zunge klebte wie ein alter Socken an seinem Gaumen. Jetzt war er nur noch zwei Schritte von ihm entfernt! Warum zum Teufel habe ich mich bloss auf das Ganze eingelassen, dachte er. Zu spät… [EAV]

Morgens um halb 9. Ich hatte ja einen Fahrschein, sogar einen 72-Stunden-Fahrschein. Dennoch studierte der Kontrolleur [Schwarzkappler] sehr ausgiebig meine Fahrkarte, währenddessen die anderen Schwarzfahrer beim nächsten Halt wohl alle das Weite suchten. So passiert bei meiner ersten Fahrt mit der Ringlinie 1. Ist eine schöne Sache, diese Ringlinie auf der Wiener Ringstraße. Man fährt einmal ganz drumherum vorbei an den Sehenswürdigkeiten von Wien. Die Oper, die Hofburg, das Burgtheater… Einfach rechter seits Platz nehmen und schauen. In die andere Richtung geht`s mit der Linie 2. Eine halbe Stunde später wurde wieder ausführlich meine Fahrkarte studiert. Dieses Mal von einer Kontrolleurin, die direkten Schrittes auf mich zusteuert und sich wohl schon der Schwarzfahrgebühr in Höhe von 60,00€ sicher war… Ja, hat man denn so was schon erlebt? Wer auf Nummer sicher gehen will, informiert sich halt vorher bei Vienna online!
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